Nein, das bin nicht ich
Aber mein Urgroßvater Heinrich. Er arbeitete in der Felsenkeller Brauerei und hat dafür gesorgt, dass Ostwestfalen mit Herforder Pils versorgt wurde. Danach folgte ein Tischler und ein Maschinenbauer, alles Heinrichs und tüchtige Handwerker, bis ich als erster Jörg aus der Reihe fiel.
Ich fiel nicht nur namentlich aus der Reihe, ich fühlte mich auch dazu berufen, in den Geisteswissenschaften meine Nägel einzuschlagen, studierte Philosophie an der Universität Hamburg bei Professor Schnädelbach, der die hegelsche Dialektik und Frankfurter Schule mit der Muttermilch aufgesogen hatte. Mein zweites Fach war Amerikanistik, was mich in meiner Magisterarbeit tief in das Universum des amerikanischen Schriftstellers Thomas Pynchon führte.
Was tut man als Doktorand, dem langsam die Geduld und das Cash ausgeht und den die Liebe zurück in die Heimat zieht? Man verdingt sich in der Kommunikationsbranche als Werbetexter, lernt bei richtig guten Textern und preist jahre- und jahrzehntelang die Vorzüge von Mähdreschern, Backmischungen, Industrieventilatoren, Designerteppichen, Küchenschrankauszügen, einige Jahre angestellt, die meisten selbständig.
Irgendwann versteht man dann, dass der Mensch das ist, was wirklich zählt. So wie Goethe es mal wieder trefflich in Worte gefasst hat: „Der Mensch ist dem Menschen das Interessanteste und sollte ihn vielleicht ganz allein interessieren. Alles andere, was uns umgibt, ist entweder nur Element, in dem wir leben oder Werkzeug, dessen wir uns bedienen.“
Also Kundenmagazine, Mitarbeitermagazine, zwei Romane und seit einigen Jahren die biographische Arbeit, in der es mir eine Freude ist zu unterstützen, zu schreiben, voranzutreiben bis am Ende ein einzigartiges Unikat herauskommt. Wenn meine Arbeit Wertschätzung erfährt wie in der Danksagung einer Kundin, ist das für mich die größte Motivation: „Ein herzliches Danke an Jörg Rosenstengel, der in solch wunderbarer Weise, einfühlsam und mit großem Verständnis das Geschriebene überarbeitet und wie er schreibt das Unkraut in den Beeten entfernt und die Pflanzen beschnitten hat, damit die Schönheit des Gartens Gestalt annehmen kann.“
Das bin ich
Jörg Rosenstengel
Autor, Texter, Magazinjournalist, Biograph
Weststraße 94
33615 Bielefeld
Telefon: 0172 560 1954
E-Mail: kontakt@biographiewerkstatt-bielefeld.de
PS:
Übrigens habe ich das Bild von meinem Urgroßvater mit Nano Banana restauriert, was zeigt, dass man alte Fotografien eindrucksvoll für Biographien aufarbeiten kann.